Bericht von Annemarie Urban
Wie 2025 wurden das Landesfilmfestival und die Bayerischen Filmfestspiele am Wochenende 27.2. bis 1. März 2026 gemeinsam in der VHS Unterföhring vom BAF-Team (gleiche Besetzung wie 2025, siehe dort) veranstaltet. Dank an alle Teammitglieder, die sich im Vorfeld und während der Veranstaltung einbrachten. Dank auch an den scheidenden Leiter der VHS, Herrn Dr. Lothar Stetz, der seine Nachfolgerin vorstellte.
41 Filme waren heuer am Start. Das war für Ausrichter, Jury und Publikum herausfordernd. Es zeigte sich deutlich, dass ein vorab durchgeführter Wettbewerb, also das bewährte Landesfilmfestival, und somit eine Vorabauswahl der zur BAF einzuladenden Filme gefehlt hat. Die Bayerischen Filmfestspiele sollten ursprünglich eine Leistungsschau der „Besten Filme eines Jahres“ sein. Heuer waren meiner Ansicht nach zu viele Filme gemeldet, die diesen Anspruch nicht erfüllten.
Nichtsdestotrotz waren herausragende Filmwerke zu sehen und von der reduzierten fünfköpfigen Jury zu bewerten. Ute Kühnert als Juryleiterin durfte deshalb auch über die Filme mitdiskutieren und abstimmen. Ihr zur Seite agierten Gerd Motzkus, Doreen Bellmann, Frank Heining und Klaus Menzer. Die Autoren waren voll des Lobes über die kompetente Gesprächsrunde.
Was die Ergebnisse für unseren Film- und Videoclub Landshut anbelangt, können die vier Autoren, die mit insgesamt sechs Filmen beteiligt waren, sehr zufrieden sein. 2 kleine Löwen gingen an
Marcus Siebler für den Spielfilm „Die Brandschutztür“ und an Reiner Urban für die Dokumentation „Schwarzes Gold“.
Am Ende der Sonntagsmatinee wurden noch die Landesfilmfestival-Preise bekannt gegeben und schon zwei Tage später auch die Weitermeldungen zu Bundesfilmfestivals.
1. Preis – „Die Brandschutztür“ von Marcus Siebler
Der spannende Spielfilm begleitet einen Lehrer bei seiner Wohnungsbesichtigung. Nur die auffällige Tür, die nicht geöffnet werden darf, zieht ihn in seinen Bann. Das Geheimnis wird aber nicht gelüftet.
1. Preis – „Schwarzes Gold“ von Reiner Urban
Die sehr gut recherchierte Dokumentation beleuchtet Hintergründe des vom Beginn des 16. bis ins späte 19. Jhd. durchgeführten Transatlantischen Sklavenhandels, bei dem über 12 Millionen Sklaven von Afrika in die „Neue Welt“ verfrachtet wurden.
2. Preis – „Pension Pythia“ von Reiner Urban
Bei der Krimi-Komödie geht es um Mord und Totschlag in der Pension Pythia. Die mysteriösen Pensionsgäste und die Eigentümer haben ihren Anteil daran. Gedreht wurde im Anwesen von Bernhard Kühlewein mit Ksp. Ursula Erb und Lisa Arleth sowie Schauspielern der Landshuter Amateurtheater Nikola und Konrad.
2. Preis – „Tiefenschärfe“ von Johannes Schmid
Ein Animationsfilm mit Playmobilfiguren, die mit KI-generierten Seeungeheuern in den Tiefen des Meeres kämpfen.
3. Preis – „Jeden Tag eine Postkarte“ von Jürgen Liebenstein
Der Film dokumentiert eine Ausstellung mit eindrucksvollen Kohlegrafiken, die Helmut Wartner im Jahr 2022 erstellt hat. Ein viel beachtetes Experiment.
3. Preis – „Helligkeit und Kontrast“ von Jürgen Liebenstein
Ein Lehrfilm für alle Filmenthusiasten, die zum Thema Belichtung im Nachhinein ihre Filme mit computergestützten Möglichkeiten bearbeiten und verbessern wollen.
Unseren Clubmitgliedern herzlichen Glückwunsch zu ihren preisgekrönten Filmen und gute Wünsche für die Teilnahmen an den BFFs.
Ergebnisse aus Landshuter Sicht
| Preis | Titel | Autor | Länge | Kat. F/NF, Weitermeldung |
|---|---|---|---|---|
| 2. Preis | Pension Pythia | Reiner Urban | 26 | F, Pool BFF Schrobenhausen |
| 1. Preis, bayerischer Löwe | Schwarzes Gold | Reiner Urban | 20 | NF, BFF Castrop-Rauxel |
| 2. Preis | Tiefenschärfe | Johannes Schmid | 4 | F, BFF Schrobenhausen |
| 2. Preis | Jeden Tag eine Postkarte | Jürgen Liebenstein | 12 | NF, Harsefeld |
| 3. Preis | Helligkeit und Kontrast | Jürgen Liebenstein | 19 | NF, BFF Castrop-Rauxel |
| 1. Preis, bayerischer Löwe | Die Brandschutztür | Marcus Siebler | 13 | F, BFF Schrobenhausen |
Laudatio für „Schwarzes Gold“
Unsere Passion ist es, Geschichten zu erzählen.
Diese Geschichten erzählen wir mit bewegten und bewegenden Bildern und Worten. Emotionen wecken wir mit unseren Filmen durch den Einsatz von Musik und Tönen. Den Umgang mit diesen Zutaten beherrscht der Autor meines „Löwenfilmes” vortrefflich.
Er hat uns zu diesem Festival einen Film mitgebracht, der bedrückt und von unvorstellbarem Leid berichtet. Nach akribischer Recherche hat der Autor ein Drehbuch entwickelt und mehrere Reisen unternommen, um Filmbilder für seine Dokumentation aufzunehmen. Authentische Tondokumente vertiefen den Eindruck.
In dichten Erzählsträngen, mit ausgewählten Filmbildern, klaren Grafiken, einem ausgefeilten Kommentar und einer außergewöhnlichen Tonmischung dokumentiert er einen menschenverachtenden Handel, der über drei Jahrhunderte von Europäern, Afrikanern und Amerikanern betrieben wurde.
Mein Bayerischer Löwe geht an den Film
„Schwarzes Gold“ von Reiner Urban.
Unterföhring, 01. März 2026
gez. Klaus Menzer, Mitglied der Gesprächsrunde
Laudatio für „Die Brandschutztür“
Eng ist es hier…
Gibt es etwas, was ich wissen muss?
Die Antwort ist ein tiefes Seufzen…
Warum so viele Kekse, warum jetzt, für wen?
Ich nehme die Wohnung – muss nur noch kurz hinter die Brandschutztür schauen….
Ein Bayerischer Löwe geht an
„Die Brandschutztür“
von Marcus Siebler
Unterföhring, 01. März 2026
gez. Frank Heinig, Mitglied der Gesprächsrunde
Fotogalerie












